9. - 13.8.2013 – Leipzig

9. - 13.8.2013 – Gegen Abend schlägt die kleinste fahrbare WG Europas in Leipzig auf. Nach 22.00 Uhr trifft Straßenmusik auf wenig Anklang, weshalb Die Dölzschner beschließen mit Megan und Max (Freunde von Ludi) prophylaktisch den nächsten Irish-Pub anzusteuern, wobei mancher seine Affinität zu Cider entdeckt. Nach einem feucht-fröhlichen Abend geht der erste Tag in “Leepzsch” zu Ende.

 Am “Morgen” darauf wird wieder zum Straßenspiel geblasen. Der zentral gelegene Augustusplatz scheint mit seiner Weitläufigkeit eine akzeptable Bühne darzustellen – speziell der Fleck, an dem die Reisebusse Berge von Touristen ausschütten.

Augustusplatz

Leider müssen Die Dölzschner bald feststellen, dass sich solch ein Platz mit einem Verstärker von der Größe einer Müsli-Packung nur in sehr unzureichendem Maße beschallen lässt.

Allerdings erleichtert der aufkommende Regen die Entscheidung, einen Platzwechsel vorzunehmen. Unter einer akustisch attraktiveren Überdachung zusammengepfercht beglücken Die Döllis die anderen Schutzsuchenden mit ihrer Musi und fallen am Ende des Tages geschafft in die Federn.

Da man als Straßenmusiker erfahrunsgemäß eher Hartgeld zugeworfen bekommt, stellt sich früher oder später die Frage, was man damit anstellt. Jeder der schon einmal versucht hat, einen Tageseinkauf für drei Personen in Kupfermünzen zu bezahlen, weiß wovon ich spreche. Genau aus diesem Grund ist das Dölzschner Trio zu Beginn des dritten Tages in Leipzig auf der Suche nach einer Möglichkeit ihr Hartgeld in handliche Scheine umzuwandeln – erfolglos. Dann eben doch wieder auf die Straße.

Unweit ihres ersten Auftrittsplatzes rücken Los Dölzschnos mit HT-Phon, Bollerwagen und Handgepäck am nächsten Tag in die Fußgängerzone ein. Die letzten Töne des Programms rufen gegen 21 Uhr eine Gruppe beräderter Ordnungshüter auf den Plan, die (in dieser Reihenfolge!) eine angemessene Spende in den Hut werfen, Ludi´s Personalien wegen Nutzung eines Verstärkers in der Fußgängerzone aufnehmen und anschließend ein Foto mit den Jungmusikern und HT-Phon machen. Die offizielle Website wird natürlich ebenfalls im Protokoll vermerkt.

 

Und da das zuvor erwähnte Hartgeld auch nicht zu schwer in der Tasche liegen soll, wird ein Teil dessen noch am selben Abend dem Leipziger Finanzkreislauf zugeführt, welcher sich aus Sicht der Dölzschner auf zwei Bars beschränkt.

Der folgende Tag wird zum Waschtag erklärt. Damit ist nicht die Bekleidung gemeint, sondern die Säuberung der bislang nur wenig mit Wasser in Kontakt gekommenen Dölzschner Haut. Der Cospudener See, ein Stück außerhalb der Stadt, bietet sich dafür an.

Und so verbringen die leicht müffelnden Stadtmusikanten den letzten Abend am Rande des Gewässers und sammeln ihre Kräfte, denn am nächsten Tag soll die Hauptstadt angesteuert werden ...

Die Dölzschner sind drei Musiker aus Dresden-Dölzschen, die seit dem Jahr 2011 miteinander musizieren. Die Basis der selbst geschriebenen Musik (HT-Phon-Sound) ist das HT-Phon – ein von Ludi selbstgebautes Instrument aus Abflussrohren.

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