Vilanova i la Geltrú 29.11.-02.12.13

Nach einer Nacht, die die Döllis auf einem Parkplatz verbracht haben und sich durch die intensive Sonneneinwirkung auf die DüDö fühlen wie übergare Grillhähnchen ist der größte Wunsch der drei Knusper-Schwitzies etwas Wasser am Körper zu haben.

-Schlät: "Or ich kleeeeebeeee!"

-Krieger:"Yooo... ich fühl' mich auch... ni geil."

-Stephan: Oh es riecht gut, oh es riecht fein ... nee im Ernst jetzt, lass mal was zum duschen suchen, sonst fällt hier demnächst der Lack von der Wand."

Als erfahrene Rundreisende macht man zuerst einen Abstecher zur Touristeninfomation und lässt sich über die Musizier-, Dusch- und (Klamotten-)Waschmöglichkeiten aufklären. Schwimmbäder gibt's. Gutes Ding. Schwimmbäder sind zu teuer. Kein so gutes Ding. Aber Wasser gibt’s an der Tanke. Gutes Ding. Die positiven Nachrichten überwiegen, da wäre es doch interessant zu erfahren, ob die Straßenmusik da mitziehen kann. Auf ins Zentrum!

Die Parkplatzsuche nimmt natürlich wieder Zeit in Anspruch aber die sich anschließende Straßen-Session entschädigt weitestgehend. Die Abwesenheit bzw. das Desinteresse der Ordnungshüter tun ihr übriges, außerdem gibt es ein Auftrittsangebot. Der Tag geht erfolgreich zu Ende und als ob das nicht schon genug des Guten wäre, findet sich auch noch ein schöner Parkplatz am Strand, wo auch eine Dusche wartet, von der am nächsten „Morgen“ direkt Gebrauch gemacht wird.

⁃ Schlät: „…Bkäposf.“

⁃ Krieger: „Ich fühle meinen Körper wieder.“

⁃ Stephan: „Bin jetzt sauber. Nennt mich Saubi!“

Glänzend wie Edelmetall fliegen die drei Goldstücke in ihrem grünen Topf ans Ende des Regenbogens und lassen sich sanft schwebend, mit ihrem Tonmaterial an gleicher Stelle wie am Vortag nieder um den Kulturinteressierten Einwohnern Vilanovas etwas Musik zu bescheren. Das Konzept geht ein weiteres Mal auf und auch die nächste Buchungsanfrage lässt nicht lange auf sich warten. Am Samstag Auftritt zum Sektempfang in einer Villa? Fetzt! Die Jugend zeigt sich ebenfalls begeistert von den Döllis und so macht man nach Abschluss des Programms einige nette Bekanntschaften von denen man direkt zum Feiern am Folgetag eingeladen wird. Auch diesem Vorschlag sind die Party-Veteranen (milde formuliert) nicht ganz abgeneigt. Voller Vorfreude kriecht man abends, nach einem weiteren gelungenen Tag, in die Heia.

Der Plan für den nächsten Tag lässt nicht viel Spielraum für Abweichungen, denn das Programm ist genau so straff wie vielversprechend. Zuerst steht ein Treffen mit dem Veranstalter des Finca-Empfangs an, um die Details zur Zeit, dem Ort und nicht zuletzt des Entgelts zu klären. Erledigt. Zweiter Punkt: Straßemukke. Dieser wird selbstverständlich routiniert und mit fast traumwandlerischer Leichtigkeit abgehakt. Dann ist es Zeit zu besagter Finca außerhalb Vilanovas aufzubrechen.

Die Erschütterung, welche die herab sausenden Kinnladen der Dölzschner auf der gepflasterten Einfahrt verursachen hätte auf der Richter-Skala wahrscheinlich eine solide 3 ergeben. Ein riesiges eisernes Tor, an das sich ein Innenhof mit beleuchteten Springbrunnen anschließt, an dessen Ende eine Villa beachtlichen Ausmaßes thront, tut sich vor den funkelnden Augen der drei Nobelmusikanten auf.

Die eigentliche Veranstaltung soll in einem Nebengebäude stattfinden, weshalb die DüDö auf der Höhe der besagten Räumlichkeiten, quer in der Einfahrt geparkt wird und so die Kulisse für den bevorstehenden Auftritt bildet, der ebenfalls neben dem Eingang stattfinden soll. Die Döllis bauen sich auf und langsam trudeln die ersten Gäste, untermalt von den lieblichen Dölzschner Klängen, auf dem beindruckenden Anwesen ein. Es wird viel geredet, viel gelacht, viel Sekt getrunken und dem musikalischen Begrüßungskomitee einige nette, wenn auch manchmal etwas ungläubige Blicke zugeworfen. Egal ... in einem solch noblen Kreis hat man bisher noch nie gespielt. Außerdem gibt’s Freibier (dessen besondere Bedeutung mittlerweile ebenfalls geklärt sein sollte) und eine angemessene Entlohnung. Die Gäste amüsieren sich, der Veranstalter ist glücklich, Kohle gibt’s auch. Durchweg gelungen!

Der Abend ist an dieser Stelle aber noch nicht zu ende. Das partylustige Jungvolk wartet ebenfalls auf die Rückkehr der Dölzschner um gemeinsam die eine oder andere Kneipeninvasion zu starten. Also schnell noch den Veranstalter der High-Class-Veranstaltung getschüsst.

⁃ Döllis: „Wir würden dann wieder losmachen. Reicht jetze?“

⁃ Veranstalter: „Ja reicht, Jungs. Danke euch, bis zum nächsten Mal.“

Und wie die wilde Jagd geht es zurück ins Zentrum Villanovas. Nach kurzer Zeit ist die DüDö geparkt, die durstigen Kumpanen aufgespürt und eine Kneipe/Pub/Disco angesteuert. Die Hauptattraktion der gewählten Bar ist eine lebensfrohe Transe.

⁃ Krieger: „Die Frau sieht irgendwie merkwürdig aus...“

⁃ Stephan: „Das ist auch ein Mann, Simmi“

⁃ Krieger: „Aber warum trägt er ein Kleid?“

⁃ Schlät: „Manche Leute mögen das halt, sich als das andere Geschlecht zu verkleiden“

⁃ Krieger: „Hmmmkay... Foto?“

⁃ Schlät: „Foto!“

Einen glorreichen Schnappschuss und etliche überteuerte Kaltgetränke später wanken die Döllis fröhlich zurück zum Strandparkplatz und krabbeln unter ihre Decke/Schlafsäcke, der Tiefschlafphase entgegen.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Anders als die meisten, die diesen Text aufgrund ihrer Deutschkenntnisse lesen können, begehen die Döllis den ersten Advent mit einem Satz. Und zwar mit einem Satz ins sonnendurchflutete Mittelmeer.

Bevor es nach diesem überraschend erfolgreichen Stopp in Villanova weiter nach Tarragona gehen soll, stärken sich die drei hungrigen Fleischfreunde mit nahrhafter und gesunder Kost in einem weit verbreiteten Schnellrestaurant, dessen Name „McDonalds“ lautet. Und während man inbrünstig die Burger dem Verdauungstrakt zuführt, kommt ein junges, wahrscheinlich gerade in die Fänge der Pubertät geratenes, Weibchen zum Tisch der Döllis getippelt und versucht sich schüchtern zu artikulieren.

⁃ junges Weibchen: „Hey, ich habe euren Bus draußen gesehen und euch auf der Straße gehört. Darf ich ein Foto mit euch machen?“

Kurz schaut man sich verdutzt an. Damit hatte man nicht direkt gerechnet. Man wird jetzt also schon im Fast-Food-Restaurant angesprochen. Das Foto wird natürlich gemacht, das junge Weibchen strahlt bis über beide Ohren und Die Dölzschner schmecken in ihren Nahrungsersatzpräparaten einen Hauch Ruhm.

Die Dölzschner sind drei Musiker aus Dresden-Dölzschen, die seit dem Jahr 2011 miteinander musizieren. Die Basis der selbst geschriebenen Musik (HT-Phon-Sound) ist das HT-Phon – ein von Ludi selbstgebautes Instrument aus Abflussrohren.

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