28.–31.8.13 Rostock / Warnemünde

Was ist grün und stinkt nach Fisch? – Die Dölzschner!

Und weil man diesem Zustand so schnell wie möglich abhelfen sollte wird auch gleich nach der abendlichen Ankunft in Riebnitz-Damgarten die erfrischende Ostsee aufgesucht. So lautet zumindest der Plan. Leider ist diese vor Ort einfach nicht aufzufinden. Also wird dem örtlichen Hafenbecken ein Besuch abgestattet. Allerdings rät das ebenfalls anwesende Jungvolk vom Bad im Bodden ab. Und tatsächlich erscheint die schaumig-schlammige Masse unterhalb des Stegs wenig einladend, wenn man vor hat das Wasser weniger streng riechend zu verlassen als es vorher der Fall war. Alternativ bietet sich ein Herrenloser Schlauch am Stegesrand an, welcher allerdings mit Hartgeld gefüttert werden möchte. Das stellt insofern ein Problem dar, als dass prinzipiell zwar genug von selbigem vorhanden ist, Die Dölzschner in ihrer Waschwut aber wieder nur mit der Kleidung, die sie am Körper tragen losgelaufen sind. Da die spontanen Geldbeschaffungsmöglichkeiten in diesem Moment denkbar begrenzt sind, nehmen sie erneut Kontakt zur anwesenden Jugend auf und können den Riebnitzer Mädels etwas Waschgeld abschwatzen. Im Gegenzug wird Bier beim Bus versprochen ... das funktioniert quasi immer. Frisch gewaschen (wenn man das denn so nennen will) trudeln Die Dölzschner wieder bei ihrem Bus ein und kurz darauf gesellen sich auch die bierdurstigen Reinigungssponsoren dazu, die freundlich aber bestimmt ihren Getränke-Anspruch geltend machen. Aber es ist ja genug für alle da.

Am nächsten Morgen (gegen 13.00 Uhr) liegt Salz in der Luft und man hört leise das Meer säuseln. Und das liegt nicht nur am Absinth vom Vorabend. Irgendwo in der Nähe muss sich das Meer befinden. Die Düsseldölle ist zwar noch nicht hochseetauglich aber bis zum Rand eines Gewässers schafft sie es allemal. In Neuhaus angekommen wird der Weg vom Parkplatz bis zum Strand mit Handtuch und Badehose im Gepäck zu Fuß überbrückt und ohne große Umwege die Wassertemperatur getestet, welche durchaus als „erfrischend“ bezeichnet werden kann.

 

Faul am Strand zu liegen ist schön aber der Tank füllt sich bekanntlich nicht von selbst. Daher soll dem Bad in der Ostsee das Bad in der Menge folgen. Rostock ist die nächstgelegene Anlaufstelle. Eine belebte Gasse in der Innenstadt, die darüber hinaus eine angemessene Akustik bietet, ruft geradezu danach, bespielt zu werden. Wie sich schon nach wenigen Programmdurchläufen herausstellt, zeigt sich das Rostocker Publikum nicht nur begeistert, sondern auch überaus spendabel. Applaus ist ja bekanntlich das Brot des Künstlers. Daher verhungern Die Dölzschner am Ende dieses Tages auch nicht. Allerdings möchte sich der geneigte Künstler auch ab und zu mit einem Bierchen in der Hand unter das hiesige Volk mischen um ... ... Inspiration zu sammeln! Der Studentenkeller wird einstimmig zur optimalen Adresse für dieses Vorhaben erklärt. Dort trifft man des Abends auch auf einzelne Vertreter der zuvor um 50 Cent erleichterten Riebnitzer. Und noch eine Überraschung hält der Abend parat:

Die Freundin eines Mitarbeiters der in Rostock ansässigen M&O-Brauerei erkennt den Gitarren-Dölzschner wieder und sofort werden harte Verhandlungen über eine Werbeaktion aufgenommen. Am Ende steht fest: Freibier für alle! Plus passende Bekleidung in Form eines M&O T-Shirts. Und da ein Freibiersponsoring für einen Straßenmusiker wie der Sechser für den Lottospieler ist, wird sich auch noch bis in den frühen Morgen begossen.

Immernoch etwas geschwächt vom Vorabend stehen Die Dölzschner zu Beginn des Folgetages vor dem M&O-Brauhaus, wo sie von einem mit einigen Kästen beladenen Auto abgeholt werden. Als Veranstaltungsort der Aktion wird der Platz in der Rostocker Innenstadt gewählt, der schon am Vortag recht Ertragreich war. So steht das Dölzschner Trio umringt von sechs Kästen Bier und gekleidet mit M&O Shirts auf der Straße und gibt – wenn auch etwas unkonzentriert – sein Programm zum Besten, während die Passanten sich (gegen eine kleine Spende in selbstgewählter Höhe) nach Herzenslust mit Gerstensaft eindecken können. Am Ende des Tages ist die Kasse voll und die Kästen (bis auf den Eigenbedarf der Dölzschner) leer.

Bevor die nächste große Etappe in Angriff genommen wird, machen Die Dölzschner noch einen Zwischenstopp im idyllischen Warnemünde und stellen sich auch dort unweit eines romantischen Kanals auf die Straße. Weiter geht’s nach Hamburch, diggah!

Die Dölzschner are three musicians from Dresden-Dölzschen (Germany) making music together since 2011. The basis of the self-written music (HT- Phon sound) is the „HT-Phon“ – an homemade instrument that Ludi build from water pipes.

The new album „Volles Rohr“ (© 2014) is now available!