18.-21.10.13 Basel / Weil am Rhein / Lörrach

Nach einem weiteren abendlichen / nächtlichen Ritt durch die Prärie, im festen Sattel ihres treuen sechs-rädrigen Rosses, zuckeln Die Dölzschner durch Weil am Rhein. Ausschau haltend nach dem ... Rhein. Auch auf die Gefahr hin für völlig bekloppt gehalten zu werden, befragt man einige Passanten nach Wegweisungen zu besagtem Gewässer, das schon im Namen der besuchten Stadt seinen Platz fand ... und findet es. Leider mit einer sehr geringen Zahl gemütlicher Parkplätze ausgestattet. 

Der Versuch sich parallel zum Rhein zu bewegen und somit vielleicht doch noch einen Platz mit Blick auf selbigen zu finden, endet auf einem Schotterparkplatz, der vermutlich als Wendestelle für Fahrzeuge mit Überlänge genutzt wird. Nun ja, besser als nichts. Außerdem ist es schön ruhig. Bis auf den Werkstoffverarbeitungsbetrieb, auf dem am nächsten Morgen Bagger Steine halbieren. Schön. Egal ...

Basel wartet schon. Die Grenze ist erneut zügig überquert und der dritte Auslandsaufenthalt soll nun endlich den gewünschten Erfolg bringen. Die Stadt ist mehr als gut gefüllt und Die Dölzschner haben Hoffnung, dass die Bandkasse es ihr gleich tut.

In belebten Städten ist es normal, dass die Düsseldölle nahe des Zentrums zum Halten gebracht wird und die Mitglieder Krieger und Schlät mitsamt aller komprimiert zusammengeschnürter Komponenten des Dresden-Dölzschner Schallaggregats einen Darbietungsort ausfindig machen, während Mitglied Stephan das grün lackierte Huftier durch die unbekannten Gassen peitscht um im Optimalfall zentrumsnah einen Stellplatz zu finden und möglichst zeitnah zur Gruppe aufzuschließen. So viel zur Theorie.

Die Dölzschner Vorhut ist bereits seit einiger Zeit an einem ansehnlichen Plätzchen angekommen und wartet auf Nachzügler Stephan und entschließt sich (trotz der Hinweise eines – wie üblich von Mitglied Schlät angequatschten - Straßencellisten der ihnen sagte, dass die örtlichen Sheriffs ca. 90% der mitgebrachten Instrumente gar nicht gerne sehen) das Klangholz / -plaste zu entpacken und in Formation zu bringen.

Nach 1 1/2 Stunden nervenaufreibender Ungewissheit sendet Mitglied Krieger ein Kurztelegramm von seinem mobilen Telekommunikationsapparat um über dessen Verbleib in Kenntnis gesetzt zu werden. Ist der Gaul verdurstet? Ist er wilden Strolchen oder gar Indianern begegnet und hat nun skalpiert schon den Weg in die ewigen Jagdgründe angetreten?
Die Antwort fällt so simpel wie ernüchternd aus. Ludi sucht noch. Der Parkschein ist nach einigen Unklarheiten über dessen Besorgung zwar erworben, dies geht jedoch leider nicht mit der Bereitstellung einer ebenfalls notwendigen Parklücke einher.

Gitarren werden gestimmt und gezupft, Resonanzfelle gespannt und geschlagen, die Funktionsweise der ominösen Rohre einige Male erklärt und demonstriert, Zigarettchen geraucht – Ludi kommt bestimmt gleich.
Falsch. Das einzige was geht sind 2/3 wartende Dölzschner. Und zwar den Fußweg auf und ab. Nach einer weiteren Stunde ohne seriöse musikalische Einlage sendet Ludi verzweifelt: „Ich geb’s auf, kommt zu dem Platz zurück“. Mit Sack, Pack und guter Laune (die sich zu diesem Zeitpunkt allerdings vakuumversiegelt in einer abgeschlossenen Kiste befindet, welche wiederum an einer rostigen Kette, befestigt am rückwärtigen Teil des Bollerwagens, hinter dem Rückzugstrupp herschleift) bewegt man sich zähneknirschend zurück zum Ausgangspunkt und treibt die Düsseldölle mit letzter Kraft zurück nach Weil am Rhein auf die mit Schotter bedeckte Stellfläche zur Rast.

Frei nach dem Motto, „Weil am Rhein, will ich sein!“ versuchen es Die Dölzschner am Tag nach dem missglückten Ausflug nach Basel mit Straßenmusik vor Ort. Die Straßen sind zum Bersten voll … mit Freiraum, denn den Weilern mangelt es, aus welchem Grund auch immer, ganz enorm an Präsenz. Wäre doch gelacht, wenn sich das nicht durch das Erklingen einer liebreizenden Melodei ändern ließe.

Die Gelegenheit ist zumindest perfekt um die bislang erworbenen Bandaccesoires der Öffentlichkeit vorzuführen. Grelle Mützen und Glitzersonnenbrillen! Das ist doch was! Da stehen also diese drei Gestalten, die aussehen wie die Betriebskampfgruppe vom Zirkus Roland und bieten mit einer Optik aus der Kategorie „Wenn sich das Auge geohrfeigt fühlt“ eine Show vom aller feinsten.

 

Um genau zu sein hört man auch nur das, was immer gespielt wird aber es scheint zu wirken, denn vereinzelt bleiben die Leute stehen und in manchen Augenblicken kann man sogar von einer kleinen Menschenansammlung sprechen. Hier werden die Dölzschner vielleicht nicht reich, aber sie können mit ruhigem Gewissen die nächste Station anfahren: ... hmmm ... mal auf die Europakarte schauen, was groß ist und sich anbietet ... ahhhja! Lörrach!

 

Nach einem Ausflug ins Lörracher Schwimmbad stellen die Dölzschner erfreut fest: Die Sonne lacht, der Himmel ist klar und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit lechzt es den Besuchern des Stadtzentrums nach frischem Wind in Form einer musikalischen Darbietung. Kurz nachdem der erste Abbiegevorgang ins vermeintliche Zentrum auf dem Hinterhof der JVA endet, findet man in einer anderen Seitenstraße die Möglichkeit zum Ausladen.

Nach zwei Blöcken bei schönstem Wetter stellen Die Dölzschner erfreut fest: Das Glück lacht, die Gedanken sind klar und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit lechzt es dem Publikum nach einer Zugabe. Einen kurzen Umzug aus Rücksicht auf die umliegenden Geschäfte später erklingt diese und findet auch diesmal wieder Zuhörer, von denen einige in Kontakt mit den Dölzschnern treten und am Abend auf ein Bierchen in einer etwas abgelegenen Kneipe vorbei schauen. Nach einem Erfolgreichen Tageswerk stellen Die Dölzschner dort erfreut fest: Die Begleitung lacht, die Getränke sind klar und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit lechzt es den anderen auch nach etwas frischem in der Kehle. So wird der abendliche Ausflug in illustrer Runde zu einem freundschaftlichen Beisammensein an dessen Ende die Dölzschner erfreut feststellen: Die Ranne locht, keiner klommt mehr kar und mit nach Grenzwertigkeit lechzender Sicherungsverwahrung verdullisiert man‘s alles im Endschema klaftemüfftel rumbumbum blubb …

Die Dölzschner are three musicians from Dresden-Dölzschen (Germany) making music together since 2011. The basis of the self-written music (HT- Phon sound) is the „HT-Phon“ – an homemade instrument that Ludi build from water pipes.

The new album „Volles Rohr“ (© 2014) is now available!