22.-23.10.13 Zürich

In der Schweizer Hauptstadt angekommen steht zuerst ein Besuch beim Mercedes-Teilehändler an, denn das Schloss der Hecktüren hat in Weil am Rhein den Weg über den Jordan beschritten und wird seitdem mit einem Fahrradschloss gesichert. Der Vorgang ist von kurzer Dauer, das Teil zügig bestellt und in der Annahme, dass sie bald nicht mehr "den Arsch offen haben", nehmen die Dölzschner das Züricher Zentrum ins Visier, um kostenlose Klangproben an unbescholtene Bürger zu verteilen.

Eine gefühlte Ewigkeit und unbeabsichtigte Stadtrundfahrt auf der Suche nach einem Parkplatz später, ist man abermals dabei auszuladen und aufzubauen. Irgendjemand muss jedoch den perfiden Plan dieser drei Dresdner Akustikterroristen durchschaut haben, denn noch bevor das Soundarsenal überhaupt in Stellung gebracht ist, fährt ein mit sechs Polizisten besetzter Kleinbus vor, aus dem ein knappes "Genehmigung?" schallt. Gefolgt von einem ratlosen Kopfschütteln seitens der Dölzschner. Der Herr am Steuer zieht ein Pamphlet hervor und Die Dölzschner wissen Bescheid. Ja ja ... Die Instrumente sind zum größten Teil verboten, der gewählte Ort ist völlig inakzeptabel und die Zeit ist auch ziemlich ungünstig. Den drei Ausgebremsten dämmert langsam, dass man sich hier wahrscheinlich nur zwischen 15.00 und 15.08 mit einer gedämpften Maultrommel an die Uferpromenade stellen darf ... und einen Mindestabstand von 350 Metern zu allen umliegenden Geschäften, Bars, Restaurants und Personen einhalten muss ... in einem schalldichten Plexiglascontainer ... dessen Wände unter umweltschonenden Bedingungen gefertigt wurden. Pfff ... Man beginnt also wieder mit dem Abbau und hofft, das nächste Mal nicht gleich vom SEK umstellt zu werden.

Was tun mit dem angebrochenen Abend? Nach einer weiteren lustigen Stadtrundfahrt landet man am Zürcher See, der nicht nur einen erschwinglichen Parkplatz, sondern auch einen wunderbaren Blick auf die beleuchtete Stadt entlang des Ufers bietet. Hier lässt man sich gerne eins rein, nieder und genießt einige ruhige Stunden.
Irgendwann hat Mitglied Krieger die phänomenale Idee baden zu gehen. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, allerdings ist es bereits nach Mitternacht und darüber hinaus Oktober. Als einfache Faustregel gilt hierbei: Wenn man seinen Atem deutlich sehen kann ist es zu kalt zum Baden. Krieger ist offensichtlich kein besonders großer Fan von Faustregeln, denn er steht bereits in Badehose am Ufer und grinst blöd. Nun denn. Der Badegang wird vollzogen, Krieger wickelt sich nach zittrigen 10 Min wieder in sein Handtuch und heftet "Herbstliches Nachtbaden" geistig im Ordner mit der Aufschrift "Sachen, die man sich sparen kann" ab.

Am folgenden Tag zieht es auch den Rest der Dölzschner Truppe in die Fluten. Wie sich an deren Mimik deutlich zeigt, ist die Wassertemperatur nicht wesentlich höher als in der Nacht zuvor. Das Wetter hingegen ist prächtig und die geradezu sommerliche Stimmung drängt Die Dölzschner zum Kollektiv-Relaxing in ihre Liegestühle vor die Düsseldölle. Mitglied Schlät tut kund, dass er beim morgendlichen Spaziergang die Züricher Sukkulentensammlung gefunden hat. Und tatsächlich befindet sich diese keine 100m entfernt vom Stellplatz.
Das sollte man nicht verpasst haben! Die drei Naturforscher durchstreifen die Gewächshäuser und stoßen auf zahlreiche interessante Pflanzen, von denen die meisten stachelige Auswüchse aufweisen. Quasi Kakteen. Aber um Himmels Willen nicht alle diese Pflanzen über einen Kamm scheren! Es gibt nämlich noch wesentliche Unterschiede, deren Erläuterung an dieser Stelle aber den Rahmen sprengen würde. Nein Spaß, es kann sich nur keiner dran erinnern. Nachzulesen ist das alles in dem Sukkulentenführer für Kinder von 6 -12 Jahren, mit dem Mitglied Krieger gerade von der weitaus weniger stacheligen Toilette in die Eingangshalle zurückkehrt, wo Schlät und Stephan gerade eifrige Beratungen über den Erwerb eines der zum Verkauf angebotenen Kakteen führen. Die Wahl fällt auf ein Exemplar der Gattung Echinocereus. So bringt der Aufenthalt in Zürich doch noch etwas Positives mit sich, denn Die Dölzschner kommen kurz vor ihrer Abreise zu ihrem ersten, lang ersehnten Bandmaskottchen. Sein Name: Ronny-Emanuel.

Irgendwas war doch noch… Ach richtig, das Türschloss! Wer jetzt vermutet, dass Die Dölzschner ihre „Den finden wir schon wieder“-Einstellung in Holland auf der Suche nach dem Karwei-Baumarkt abgelegt haben, der irrt. Das wird nach 1 ½ Stunden auch den mal wieder hilflos durch die Gegend manövrierenden Teilzeitmusikanten klar. Doch aufgeben kommt nicht in Frage. Selbstverständlich findet man irgendwann zum Ziel und selbstverständlich ist ein Schloss geliefert worden und selbstverständlich handelt es sich dabei um das falsche Teil. Das Fahrradschloss muss also noch etwas länger als Ersatz herhalten und Die Dölzschner begeben sich wieder auf den Weg außer Landes.

Die Dölzschner are three musicians from Dresden-Dölzschen (Germany) making music together since 2011. The basis of the self-written music (HT- Phon sound) is the „HT-Phon“ – an homemade instrument that Ludi build from water pipes.

The new album „Volles Rohr“ (© 2014) is now available!