Girona 19.-22.11.2013

Nach einer guten Strecke finden Die Dölzschner eine ruhige Parkwiese die von großen Steinen begrenzt ist und deren hölzerne Einfahrt zwei Meter hoch ist. Der über drei Meter hohe Mercedes steht ratlos davor.

„Mit Schwung?“

„Weiß nich´ ob die das so cool finden…“

„Aber schau mal… So schmal sind die Lücken zwischen den Findlingen gar nich´…“

Wenige Minuten später ist die breiteste Lücke ausgemacht, die Düsseldölle zieht den Bauch ein und man kriecht nach einem ausgiebigen Abendmahl in die Federn, bevor kurz darauf ein Stunden anhaltender Sturzregen die Dachklappen der DüDö an ihre Limits bringt. Das Tageslicht offenbart die offensichtlichen Schwachstellen der Außenverkleidung, denn das Wasser, das eigentlich draußen bleiben sollte, hat es bis in den Innenraum geschafft und tropft lustig von der durchweichten Decke. Der Blick aus dem Fenster bzw. der Tür zeigt, dass der intensive Schauer auch an der Umgebung nicht spurlos vorbei gegangen ist. Die DüDö wurde anscheinend in einem See geparkt. Von der Wiese ist nicht mehr viel zu sehen und rein von der optischen Wahrnehmung her ist wohl nicht mit einer baldigen Besserung zu rechnen.

Sch*** Wetter. Straßenmusik ist erst mal unmöglich, wenn man nicht vorhat, seine Instrumente auf ihre Wasserfestigkeit zu überprüfen und so gibt man sich vorerst mit dem Zurücklegen einer weiteren Strecke zufrieden. Eine Übernachtung in Port Nouvelle wird zwischen geschoben, bevor die schöne Überlandfahrt nach Girona ansteht. Frankreich war im Nachhinein besehen sowieso nicht das lukrativste Pflaster und die Franzosen ansich ... nuja die reden alle Französisch und in Spanien ist das Bier billiger.

Also auf nach Girona! Dort angekommen fängt erneut die allseits beliebte Jagd auf Parkplätze an. Kaum ist einer gefunden, kommt auch schon ein grimmig drein schauender Parkwächter mit der Kompetenz einer überbackenen Aubergine daher geschlendert und versucht den Musikanten zu verklickern, dass die Abmessung ihres Gefährts die zulässige Norm überschreiten. Das wäre auch ganz einleuchtend, wenn nicht direkt gegenüber ein Mobil mit ähnlichen Maßen stehen würde. Die Diskussionen verlaufen (nicht zuletzt wegen der mangelnden Englischkenntnisse seitens des Parklotsen) im Sand und es wird sich wieder auf den Weg gemacht, um doch noch eine Möglichkeit zum halten bzw. im Optimalfall parken zu finden. Irgendwann klappt es dann einen guten Fußmarsch von Stadtzentrum entfernt doch und es ist an der Zeit Girona unter die Lupe zu nehmen. Die Straßen scheinen zwar nicht ausgestorben aber ziemlich wenig begangen (Dölzschner ugs.: „Sieht mau aus“) zu sein, was dazu führt, dass Die Döllis erst einmal einen kleinen Stadtbummel unternehmen.

⁃ „Ahh....hier gibt’s auch ´nen Dom“

⁃ „Kennste den kleinsten Dom der Welt?“

⁃ „nee?“

⁃ „Der Kon-Dom. Ein Stehplatz und die Glocken hängen raus“

Schallendes Gelächter seitens Kriegers, der mit diesem Brüller erneut seinen filigranen Humor zu Schau stellt, trifft auf ratlose Gesichter und seichtes Kopfschütteln durch die anderen zwei Mitglieder. Nichtsdestotrotz wird der Dom ausführlich beschaut und die sehr sehenswerte Gassenlandschaft gemächlich durchschritten. Ein Antiquitätenladen erweckt die Neugier der drei Stadtbummler und der Spottpreis von 10 Cent für eine Auswahl an alten bis sehr alten Postkarten führt dazu, dass die Düsseldölle nunmehr mit einigen bemerkenswert hässlichen Motiven verziert ist. Die Fußgängerrate auf den Straßen nimmt allmählich zu, sodass die Döllis an diesem Tag doch noch eine abendliche Kultureinlage einberufen und mit Sack und Pack im langsam schwindenden Sonnenlicht ein paar Schaulustige begeistern.

Der nächste Tag schickt sich bezüglich der Parkplatzsuche nicht wirklich an besser zu werden. Wie Aasgeier drehen alle Suchenden ihre Runden auf den Parkplätzen um doch eine der begehrten gerade frei werdenden Lücken zu bekommen. Die DüDö ist aufgrund ihrer Größe zwar Respekt einflößend aber leider auch verflucht langsam, weshalb sie sich im Kampf um die Freiflächen nur schwer durchsetzen kann. Der nächste Parkplatz bringt schon mehr Glück, denn dort kommt man zum Stehen und Ausladen. Es wird fast der gleiche Ort wie am Vortag aufgesucht, nur dass es wesentlich früher am Tag ist und das Wetter vielversprechend wirkt. Der Ablauf sollte ja mittlerweile bekannt sein. Es wird gespielt bis ... bis ... na? NA? Richtig. Bis die Polizei kommt. So auch diesmal, wer hätte es gedacht. Keine Lizenz, keine Musik. Und wie so oft bleibt nichts anderes übrig als alles wieder in die DüDö zu stopfen und sich mit dem gerade verdienten Spritgeld auf den Weg zu neuen Ufern zu machen. In diesem Fall könnte es sich sogar sehr lohnen, denn das nächste Ziel heißt: Barcelona.

Die Dölzschner are three musicians from Dresden-Dölzschen (Germany) making music together since 2011. The basis of the self-written music (HT- Phon sound) is the „HT-Phon“ – an homemade instrument that Ludi build from water pipes.

The new album „Volles Rohr“ (© 2014) is now available!