Tarragona / Salou / Castellon / Sagunto 3.12.-07.12.13

Ein schönes Plätzchen ist Tarragona. Am Ende der Hauptstraße werden die Vorbereitungen zum Entladen des grünen Packesels getroffen.

⁃ Krieger: "Hier läuft's doch bestimmt gut mit der Straßenmus..."

⁃ Polizist: "Hola! Autorisation[?]...bla bla...?"

⁃ Krieger: "Krieger mein Name, angenehm. Wir haben keine Lizenz"

⁃ Schlät: "ALTER, WAS IS LOS WIR HAM NOCH NICHMAL AUSGELADEN!"

Abfahrt.

 

Salou

Manchmal muss man sich auch eine Pause gönnen. Die Notwendigkeit zu spielen, um das nackte Überleben (+ Sprit, + Fastfood, + Biervorrat) zu sichern zwingt zwar manchmal auch den demotiviertesten Dölzschner auf die Straße, aber an diesem sonnigen Fleckchen am Strand, mit Dusche und be-skate-barer Uferpromenade, lässt man den Nachmittag (also die Zeit direkt nach dem Aufstehen) erstmal ruhig angehen. Nachdem von allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur körperlichen Reinigung bzw. Ertüchtigung Gebrauch gemacht wurde, macht man sich gemächlichen Schrittes auf, das Städtchen Salou zu erkunden. Dabei bleibt es an diesem Tag auch. Die Instrumente ruhen und die nächste Stadt liegt bereits in Sichtweite (metaphorisch gesprochen).


Castellon

Der richtig dicke Gewinn bleibt auch in Castellon in weiter Ferne. 2,78€ sind die magere Ausbeute eines viertel „Slidy Gliss Jizz“, die die drei bemühten Straßenmusiker bis zum erneuten Eintreffen der Polizei in die Kasse spielen können. Auch an anderer Stelle besteht Verbesserungsbedarf. Das normalerweise handwerklich äußert talentierte Mitglied Stephan hat es geschafft – beim Versuch die schwächelnde Innenbeleuchtung der DüDö zu reparieren – auch die zweite der beiden Lampen ihrer Funktionstüchtigkeit zu berauben und sie für alle Zeit über den Jordan zu jagen. Es sieht also finster aus in der Dölle... aber nicht im Gemüt der Döllis. Wird ja sowieso mal Zeit die Ausstattung des betagten Gefährts ein bisschen zu modernisieren. Deshalb schmückt nach einem Abstecher zum Baumarkt nun eine hübsche (und wesentlich hellere) LED-Leiste die Busdecke und verbreitet nicht nur Licht, sondern auch ein wenig Star-Flair. Hell beleuchtet geht es weiter.

 Sagunto

An einem lauen Abend rollt die DüDö in Sagunto ein. Ein belebter Platz erregt die Aufmerksamkeit der drei Europa-Touristen.

- Schlät: "Hier is´ ja noch richtig was los!"

- Stephan: "Ja, hier scheint irgend 'ne Veranstaltung statt zu finden"

- Krieger: "Ich will auch stattfinden!"

Die Dölle wird in einer Seitenstraße abgestellt und das Instrumentarium eilig auf den Platz gewuchtet. Das Publikum ist groß und sogar der rote Teppich ist schon ausgerollt. Dieser gilt zwar dem Künstler/Promi/wasweißich, dessen Auftritt wahrscheinlich von den zahlreichen Schaulustigen genossen wurde, aber darauf kann man nicht immer Rücksicht nehmen. Jetzt finden die Dölzschner statt! Und siehe da, einige Leute entfernen sich von der Menschentraube und lauschen lieber dem markanten Sound aus Dresden. Darüber hinaus klimpert auch einige Male die Talertasche und so kann man diesen übereilten Spontanauftritt als durchaus nett bezeichnen. Ein Schlafplatz im nahe gelegen Flussbett ist ebenfalls bald ausgemacht aber nach schlafen ist den feierlustigen Döllis noch gar nicht zu Mute. Also zurück zum Auftrittsort und nach einer Druckbetankungsmöglichkeit Ausschau halten. Wie es der Zufall so will, spürt man natürlich DIE Kneipe (laut des Betreibers) in Sagunto auf - eine kleine, belebte, mit fröhlichen Semi-Hippies überlaufene Bar – die darüber hinaus ein ganz besonderes Bier anbietet. "König Ludwig" prangt auf dem Flaschenkörper.

- Stephan: "Da schau er her! Man reichte mir soeben dieses gülden Bräu edelster Herkunft. Dem lieblichen Duft dieses zweifelsohne schmackhaften Getränkes nach, trägt es meinen Namen zu Recht"

- Krieger: "Bild' dir nich´ zu viel drauf ein. Und quatsch nich´ so geschwolln."

Doch das Adelsbier mundet nicht nur dem Namensvetter, sondern in gleichem Maße seinem durstigen Gefolge, sodass das erste "König Ludwig" an diesem Abend nicht das Letzte bleibt.
Trägheit bestimmt ein weiteres Mal die Aufsteh-Phase des nächsten Tages. Der Kopf ist schwer und blau war am Vorabend mit Sicherheit nicht nur das Blut des Herrn auf dem Etikett des konsumierten Weizenbiers. Dennoch muss die Chance auf ein paar weitere Groschen und der weitläufige Platz vom Tag davor als Bühne genutzt werden. Diese Hoffnung wird allerdings von den rasch anrückenden Ordnungskräften im Keim erstickt. Sätze wie, "Wir sind hier in Spanien, wir reden hier Spanisch!" helfen der örtlichen Polizei auch an diesem Tag nicht, Sympathiepunkte zu sammeln. Dabei hilft genau so wenig, dass die wichtigen Herren in ihren Neonjacken warten bis das letzte Instrument wieder im Bus verstaut ist. Dementsprechend fallen auch die Einnahmen aus. Nuja... dann eben weiter.

Die Dölzschner are three musicians from Dresden-Dölzschen (Germany) making music together since 2011. The basis of the self-written music (HT- Phon sound) is the „HT-Phon“ – an homemade instrument that Ludi build from water pipes.

The new album „Volles Rohr“ (© 2014) is now available!